Eine Vernissage mit Willy Bohrmann fand in unserer Eingangshalle am 08. August statt

Willy Bohrmann hat die Gäste der Vernissage am Donnerstag beeindruckt: mit Humor, Freundlichkeit und tiefgründigen Geschichten

15.08.2019

Willy Bohrmann hat die Gäste der Vernissage am Donnerstag beeindruckt: mit Humor, Freundlichkeit und tiefgründigen Geschichten. Geschichten, die er auch in seinen Bildern erzählt: vom Bauernhof, der sich bei genauerem Hinsehen als trügerische Idylle entpuppt oder in einer Szene aus 1944, bei der ein amerikanischer Pilot „eigentlich ein Feind“ ums Leben kam. Doch, so sein Fazit, „…es gibt keine Feinde, am Ende sind wir alle nur Menschen!“

Zur Vernissage am Donnerstag, 08. August im Foyer des Klinikums waren der Künstler selbst, Freunde und Verwandte sowie Ärzte und PflegerInnen erschienen: Willy Bohrmann war mehrfach Patient in unserem Hause, wobei das Pflegepersonal unsere Oberin Birgit Käser auf sein Zeichentalent aufmerksam machte. Er zeichnet  mit Kohle, Bleistift und Buntstiften. Ausgestellt werden jetzt 17 Werke.

Zu sehen sind diese zu den Öffnungszeiten des Krankenhauses im Eingangsbereich.

Nun einige Informationen zu unserem Künstler: Sein Lebenslauf 

Wilhelm (genannt Willy) Bohrmann

Geboren am 05. März 1928 in Albisheim

Seit 7 Jahren verwitwet, er hatte einen Sohn, der im letzten Jahr ganz plötzlich verstarb.

Das Malen und Zeichnen sowie das Umgehen mit Kohle hat er als Kind und Jugendlicher von

seinem Onkel, Emil Behring, gelernt, der selbst Autodidakt, Steinmetz und Bildhauer war und

ihn an die Kunst und zunächst an das Zeichnen mit Kohle heranführte.

Als junger Mann blieb ihm keine Wahl, da sein 7 Jahre älterer Bruder im Krieg fiel, musste er

das väterliche Geschäft übernehmen und das Handwerk des Stuhlmachers und Schreiners

erlernen. Nach dem häuslichen Betrieb zog es ihn ins Rheingau zur Firma „Polster Richter“,

anschließend arbeitete er sechs Jahre in einer Stuhlfabrik im Hunsrück bis er schlussendlich

in Ludwigshafen in einem großen Betrieb landete, wo er für Zahlen, Daten Fakten zuständig

war. Während seines beruflichen Arbeitslebens lag das künstlerische Tun brach bzw. er

benötigte seine ganze Kraft für seinen Beruf, denn hauptsächlich seine letzte Arbeitsstätte in

Ludwigshafen, wo er 21 Jahre lang arbeitete, verlangte alles von ihm ab. Erst als er die

Pistole auf die Brust gesetzt bekam und sein Arzt ihm riet, seine berufliche Laufbahn zu

beenden, ansonsten würde er nicht mehr lange leben, ging er in Rente. Neben den vielen

Spaziergängen mit seiner Frau kehrte er wieder zu seiner Kunst zurück und entdeckte sie

neu. In dieser Schaffensperiode sind seine Bilder ganz anders aufgebaut. Denn er zeichnet

nicht nur die Bilder, sondern er erzählt mit ihnen ganze Geschichten. Mal sprechen die Bilder

für sich nur über das Gemalte, ein anderes Mal sind die Geschichten auf den Gemälden mit

verschriftlicht. Wie sagt er selbst: „Nur ein Klecks auf einem weißen Untergrund ist doch kein

Bild, ein Bild muss einem etwas sagen“

Wir durften Herrn Bohrmann als Patienten kennen lernen, der während seiner

Klinikaufenthalte immer Bilder zeichnete.

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