







Physiotherapeutin

Ergotherapeutin

Logopäde

Logopädin

Dipl. Sozialarbeiterin/- pädagogin (FH); Gesundheits- und Krankenpflegerin

Gesundheits- und Krankenpflegerin; Bachelor of Arts

Die Betten der Inneren Medizin III finden Sie auf Station 4.1
Unser Ziel ist es, die alten Menschen so zu behandeln, dass sie nach dem Krankenhausaufenthalt besser versorgt sind als vorher. Die Patienten werden teilweise als geheilt entlassen oder werden soweit stabilisiert, dass sie weiterhin selbständig zu Hause leben können. Als dritte Alternative werden für sie entsprechende Hilfsmittel und Pflegedienste organisiert, um die adäquate Versorgung auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus sicher zu stellen
Um das zu erreichen, brauchen die Mediziner einen breit aufgestellten Therapieansatz und zum geriatrischen Team gehören Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden und Sozialarbeiter. Dadurch wird ein neues Bild vom Patienten gewonnen, das mehr umfasst als eine ausschließliche medizinische Perspektiv. In der Geriatrie ist die Pflegekraft, die eine spezielle Ausbildung zur geriatrischen Pflegefachkraft absolviert hat, eine tragende Säule der Therapie und ein wichtiger Teil des Teams.
Eine heilsame Stimmung ist ebenfalls wichtig, denn Lachen verbessert das Immunsystem. Deshalb freut sich das Team auf den Einsatz der ersten Geronto-Clowns ab Herbst dieses Jahres.
Was ist Geriatrie?
Die geriatrische Medizin kümmert sich um die speziellen Erkrankungen alter Menschen. In der Regel sind die Patienten über 80 Jahre alt. Weil alte Menschen oft sehr gebrechlich sind und unter mehreren Krankheiten leiden, die zudem ein anderes Erscheinungsbild haben als bei jungen Patienten, kann die Diagnose schwierig sein. Geriatrie erfordert daher einen ganzheitlichen Ansatz und umfasst die Behandlung im interdisziplinären Team sowie soziale Unterstützung.
Die demographische Entwicklung in Deutschland führt zu einem kontinuierlichen anstieg des Anteils älterer und hochbetagter Menschen. Damit einhergehend nehmen Multimorbidität, funktionelle Einschränkungen, Pflegebedürftigkeit sowie komplexe medizinische und psychosoziale Versorgungsbedarfe zu.
Deshalb erfordert diese Entwicklung in allen Bereichen der Gesellschaft Veränderungen, um den Belangen der älteren Menschen mit ihren spezifischen medizinischen, funktionellen und psychosozialen Bedürfnissen gerecht zu werden.
Ältere Patient:innen im Krankenhaus benötigen aufgrund altersassoziierter psychologischer und pathophysiologischer Besonderheiten eine spezifisch angepasste medizinische Betreuung, um von den oftmals gravierenden Folgen einer Akuterkrankung zu erholen und ihre funktionellen Fähigkeiten sowie ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu erhalten oder wiederherzustellen.
Neben der krankheitsspezifischen medizinischen Versorgung stehen der Erhalt und die Wiedergewinnung der Funktionalität im Vordergrund. Diese ist eng mit der Bewahrung der Autonomie sowie einer guten Lebensqualität verbunden. Zahlreiche Studien zeigen, dass funktionelle Einschränkungen und Pflegebedürftigkeit durch eine strukturierte, spezialisierte geriatrische Behandlung deutlich reduziert werden können.
Die Geriatrie ist die medizinische Spezialdisziplin, die sich mit den physischen, psychischen, funktionellen und sozialen Aspekten der Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und palliativen Begleitung älterer Menschen befasst.
Die Medizinische Klinik 3 für Geriatrie besteht seit 2018 und behandelt geriatrische Patientinnen und Patienten im Rahmen einer geriatrischen Komplextherapie.
Die hierfür erforderlichen MDK- Strukturprüfungen wurden immer erfolgreich absolviert und sind aktuell schon bis Ende 2028 genehmigt.
Seit Übernahme der Chefarztposition durch Frau Dr. Silke Kapper im April 2023 konnte das Leistungsspektrum deutlich erweitert werden. Die Bettenkapazität wurde auf 40 Betten erhöht; perspektivisch ist eine Erweiterung auf bis zu 50 Betten vorgesehen.
Das Spektrum wurde um die Schwerpunkte Diabetologie, Nephrologie und Neurologie erweitert. Zusätzlich erfolgte in diesem Jahr die Zertifizierung als Alterstraumazentrum.
Chefärztin der Klinik für Geriatrie ist Frau Dr. Silke Kapper, die zugleich die Leitung des Diabetesteams innehat.
Als Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie vermittelt sie zudem altersassoziierte nephrologische Veränderungen sowie entsprechende therapeutische Konzepte.
Durch den leitenden Oberarzt im Team, der Facharzt für Neurologie ist, kann die vollständige neurologische Diagnostik und Therapie einschließlich Demenzdiagnostik und Gedächtnisstörungen, Schlaganfallversorgung, Morbus Parkinson sowie weiterer neurologischer Erkrankungen gewährleistet werden.
Die Chefärztin ist Mitglied im Netzwerk Demenz der Stadt Neustadt und nimmt in diesem Rahmen jedes Jahr aktiv an der Woche der Demenz mit Aktionen wie Kinobesuchen zum Thema und Vorträgen zum Thema Demenz und Therapie teil.
Eine enge interdisziplinäre Verzahnung besteht mit der Medizinischen Klinik 1 für Kardiologie. Die Stroke Unit ist mit zwei Oberärztinnen in Vollzeit als Fachärztinnen für Neurologie im Regel- und Rufbereitschaftsdienst besetzt. Außerdem besteht ein Kooperationsvertrag der Geriatrie mit der Klinik für Neurologie im Klinikum Ludwigshafen.
Die Gesamtverantwortung für die klinische Weiterbildung tragen:
Geriatrische Patientinnen/ Patienten sind in der Regel:
- Patienten über 65 Jahre + Multimorbidität oder
- alle Patienten über 80 Jahre
bei denen aufgrund erhöhter Vulnerabilität ein erhöhtes Risiko für Funktionsverlust, Autonomieverlust und Pflegebedürftigkeit besteht.
Kennzeichnend sind komplexe geriatrische Syndrome, ein erhöhter Rehabilitationsbedarf sowie ein gleichzeitiger Krankenhausbehandlungsbedarf.
Dieser umfasst sämtliche akut internistischen Krankheitsbilder, Unfallfolgen, Parkinson- und Begleiterkrankungen, akute und chronische Knochen- und Gelenkerkrankungen, Amputationen, chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Lungen-erkrankungen, operativ und konservativ behandelte Traumata, Gelenkersatzoperation, neurochirurgische und andere Operation, akute und chronische Verwirrtheitszustände, Demenzerkrankungen mit Begleitmorbidität, Multimorbidität und spezielle geriatrische Krankheitsbilder, die Sturzinkontinenz, Funktionseinschränkungen mit oder ohne soziale Beeinträchtigung.
Der geriatrische Patient ist ein Mensch, der sich durch Multimorbidität und besonderen geriatrischen Syndromen auszeichnet.
Wesentliche Aufgabe des geriatrischen Teams ist es herauszufinden, welche der vielen Krankheiten Auswirkungen auf die körperliche, geistige und seelische Funktion und Lebensqualität haben. Durch ein multimodales interdisziplinäres geriatrisches Assessment werden die Problemfelder identifiziert. Durch gemeinsames Erarbeiten von realistischen Zielen für und mit dem Patienten und seinen Angehörigen wird ein multimodaler Behandlungssatz formuliert, der die verschiedensten Ebenen des Menschseins und die funktionellen, sozialen, psychischen, kognitiven, und spirituellen Aspekte berücksichtigt.
Durch unsere Klinik wird das geriatrische Assessment durchgeführt. Das geriatrische Assessment und Screening ist das zentrale und wissenschaftlich evaluierte Diagnostikinstrument der Geriatrie. Ziel ist es körperliche, geistige und soziale Funktionen und Aktivität sowie daraus entstehende Partizipationseinschränkungen zu erfassen. Es erfasst insbesondere in der kritischen Gruppe der über 80-Jährigen diejenigen, die absehbar besonders von geriatrischer Behandlung profitieren.
Das klinische Assessment erlaubt die Identifikation der geriatrischen Patienten. Auch die Zahl der hochbetagten Menschen im chronischen Endstadium steigt. Genau wie bei onkologischen Patienten haben diese Sterbenden einen hohen Bedarf an palliativer Betreuung. Die Schnittmenge zwischen Geriatrie und Palliativmedizin ist groß. Auch bei diesen Fragestellungen am Lebensende kann die Klinik für Geriatrie selbst kompetent antworten und die Behandlung übernehmen. Zwei Mitarbeiterinnen befinden sich in der Ausbildung zur Zusatzbezeichnung „Palliativmedizin“. Außerdem besteht ein enger Kontakt zur Abteilung für Anästhesie und der Palliativstation.
Neben dem kompletten Spektrum der Inneren Medizin ist die Klinik für Geriatrie Spezialist für folgende Erkrankungen und geriatrische Syndrome:
• Immobilität und verzögerte Remobilität
• Metabolische Instabilität
• Delir
• Sturz/Sturzabklärung und Folgen
• Lokomotorische Probleme (Synkope, Schwindel, Gangunsicherheit)
• multifaktorielle Gangstörungen und Immobilität
• akute und chronische Verwirrtheitszustände,
• Demenz
• Frailty (Gebrechlichkeit)
• Inkontinenz (Stuhl- und Urininkontinenz)
• Dekubitus
• Schlafstörungen
• chronische Schmerzen/Schmerztherapie
• Malnutrition (Fehl- und Mangelernährung)
• Exsikkose, Ess-, Trink- und Schluckstörungen, künstliche Ernährung
• Obstipation
• Kommunikationsstörung und seelisches Leiden
• Kognitive und neuropsychologische Probleme incl. Depression und Demenz
• Parkinson-Syndrom
• Hemiplegie-Symptomatik
• Osteoporose
• Failure-to-thrive-Syndrom
Eine weitere wichtige Aufgabe der geriatrischen Behandlung ist es, iatrogene Schäden durch Über-und Unterdiagnostik sowie Über-und Untertherapie zu erkennen und zu korrigieren.
Wir führen eine Gerontoprophylaxe einschließlich einer Ernährungs- und Hygieneberatung durch.
Außerdem werden Altersmisshandlungen erkannt und therapiert.
Zusammen mit den Ergotherapeuten erfolgen Testungen der Hirnleistungsfähigkeit unter Einsatz geeigneter Assessment-Instrumente.
Bei uns werden chronische Wunden therapiert und eingeschätzt.
Im Rahmen der Dysphagie-Diagnostik erfolgen Fiberendoskopische Untersuchungen (FEES) mit dem eigenen FEES-Gerät und weiterführende radiologische Verfahren sind ebenfalls möglich in unserer Radiologieabteilung.
Falls notwendig erfolgt die Anlage eine PEG-Sonde.
Suprapubische Harnableitungen werden bei entsprechender Indikation zusammen mit der Urologie vorgenommen.
In Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst erfolgen spezifische Maßnahmen zur Reintegration multimorbider Patienten in die häusliche Umgebung. Dabei werden rechtliche und ethische Grundlagen des geriatrischen Handelns (SGB V, SGB XI, Betreuungsrecht, Bundessozialhilfegesetz, Wille und mutmaßlicher Wille des alten Menschen, die Grenzen diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen sowie Palliativmaßnahmen) berücksichtigt.
Das Diabetesteam ist Teil der geriatrischen Abteilung und die Weiterbildung erfolgt unter Zusammenarbeit mit zwei Diabetesberatern sowie einem diabetesverantwortlichen Oberarzt sowie der Chefärztin. Behandelt werden alle Arten von Diabetes, hauptsächlich Typ 1 und Typ 2. Es werden Modulschulungen durchgeführt für Betroffene aber auch für Angehörige. Die Themen richten sich nach dem Wissensstand des jeweiligen Patientinnen/ Patienten und können so individuell angepasst werden.
Stationssekretariat: 06321 859-4300
Sarah Scherdel (Pflegerische Bereichsleitung), Tel.: 06321 859-4004, sarah.scherdel@marienhaus.de
Lisa Prüfe (Fachbereichsleitung, Geriatrische Fachkraft), Tel.: 06321 859-4300, lisa.pruefe@marienhaus.de
Auf der geriatrischen Station werden ältere Patientinnen und Patienten mit oft komplexen, multiplen Erkrankungen betreut. Ziel ist es, die Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu erhalten oder zu verbessern. Die ganzheitliche Pflege umfasst die Förderung der Mobilität, die Unterstützung bei der Ernährung, die Schmerztherapie sowie die Koordination von Therapien und Rehabilitationsmaßnahmen. Diese integrativen Maßnahmen sind zentrale Aufgaben im Pflegealltag und erfordern eine enge Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften, Ärztinnen/ Ärzte und Therapeutinnen/Therapeuten.
Auf der geriatrischen Station ist zudem die sogenannte „Ausbildungsstation“ etabliert. Von Montag bis Freitag ist jeweils eine Praxisanleiterin oder Praxisanleiter eingeplant, der die Anleitung und Begleitung der Auszubildenden sicherstellt. Dabei steht nicht nur die praktische Versorgung der Patientinnen und Patienten im Vordergrund, sondern auch die Vermittlung von theoretischen Kenntnissen. Die Auszubildenden lernen, pflegerische Maßnahmen eigenständig zu planen, durchzuführen und zu dokumentieren. Durch die enge Begleitung der Praxisanleitung erhalten sie regelmäßig Feedback und können ihre Fähigkeiten gezielt weiterentwickeln. Zudem sind die Auszubildenden in das geriatrische Team der Station eingebunden. Sie nehmen an den wöchentlichen Geriatrie Sitzungen, Wundvisiten sowie Ärztevisiten teil und lernen, mit Ärztinnen/ Ärzte und Therapeutinnen/ Therapeuten zusammenzuarbeiten. Dies fördert ein umfassendes Verständnis der Patientenversorgung.
Ziel der Ausbildungsstation ist es, die Auszubildenden optimal auf den Berufsalltag vorzubereiten, ihnen Sicherheit im Umgang mit geriatrischen Patienten zu geben und ihre persönliche und fachliche Entwicklung gezielt zu fördern.